Storytelling – Jeder hat Zeit für eine gute Geschichte

Storytelling (zu deutsch: Geschichten erzählen) ist eine Methode der Informationsvermittlung. Im Mittelpunkt stehen konstruierte oder reale Geschichten, mit denen Wissen, Produkte, Informationen, Ideen kommuniziert werden.

Warum Geschichten

Geschichten wecken in erster Linie das Interesse der Menschen. Gehirne reagieren nicht auf Fakten, sondern auf Gefühle. Genau auf dieser Tatsache beruht die Methode des Storytellings.

Storytelling

Es war einmal…

Mit einer spannenden Einleitung gewinnt man die Aufmerksamkeit und im Verlauf der Erzählung lieben es die

ZuhörerInnen, mitgerissen und unterhalten zu werden. Hier gilt es, mit der Geschichte Emotionen und alte Erinnerungen zu wecken, im Gedächtnis zu bleiben und eine Identifikationsmöglichkeit zu bieten. Eine gute Geschichte zieht die Menschen sofort in den Bann.

Werden gute Geschichten um ein Produkt, eine Idee, eine Information gesponnen, rückt man damit den potentiellen KundInnen näher. Man erreicht sie persönlicher und erntet damit ihr Vertrauen. Zudem leben wir in einer Zeit, in der wir alle ständig von Werbung umgeben und übersättigt sind. Mit Storytelling tut sich eine neue Ebene des Werbens auf. (take of PR, 25.09.2015)

So funktionierts

Geschichten haben bestimmte Merkmale, die sie zur Geschichte machen. In der Regel finden sich folgende Eigenschaften in jeder Story:

  • ein oder mehrere ProtagonistIn(nen)
  • Identifikationsmöglichkeiten schaffen
  • ein Ereignis oder ein Problem
  • die Lösung, die Umgehung des Problems oder das Scheitern daran

    Storytelling

    Identifikationsmöglichkeiten bieten

  • dramaturgischer Spannungsbogen mit Anfang (Ereignis/Problem wird vorgestellt), Mittelteil (Handlungshöhepunkt) und Ende (Happy End) (hoppe7, 22.08.2014)

Geschichten aktivieren! Mit einem gelungenen Einstieg bringen sie den Rezipienten, die Rezipientin zum Zuhören. Eine gute Story weckt Emotionen und bewegt. Geschichten begeistern für eine Idee, einen Prozess, eine Marke, ein Produkt. Themen, die begeistern, bleiben besser im Gedächtnis haften. Geschichten binden und erwecken Vertrauen.

Diese Funktionen von Geschichten sind der Schlüssel zum erfolgreichen Storytelling: Je stärker eine Geschichte aktiviert, emotionalisiert, begeistert und bindet, desto besser kann sie in der Regel ihr Ziel erreichen. Gute Storys sorgen dafür, dass sich der Rezipient – ob Konsument oder Lernender – mit der Geschichte identifiziert und somit die gebotenen Informationen leichter aufnimmt.

Die Formen im Storytelling

Storytelling kann in vielen Formen und Medien existieren. Diese reichen von der mündlichen Rede des Chefs an die Belegschaft bis zu multimedialen Präsentationen beim Kongress.

Insbesondere das Internet bietet vielfältige Möglichkeiten für multimediales und auch interaktives Geschichtenerzählen, es steht eine Vielzahl von Materialien zur Verfügung: Audio, Text, Video, Bild.

Beispiele dafür sind etwa Reportagen verschiedener Online-Zeitungen, die Themen in Bild, Text und Ton aufbereiten und so gestalten, dass der Nutzer sich darin interaktiv bewegen kann. RezipientInnen können hier Videos schauen, Texte lesen oder Audiofiles hören und deren Abfolge beeinflussen.

Geglückte Beispiele

Die folgenden 3 Beispiele zeigen, wie gutes Storytelling gemacht wird. (Kabelbrand, 29.05.2018)

Hornbach

Die Werbung von Hornbach zeigt sich immer wieder erstaunlich mutig und nonkonformistisch. Statt auf billig zu setzen, konzentriert man sich voll und ganz auf etwas – nämlich Geschichten zu erzählen. Damit ist Hornbach nicht nur ein einfacher Baumarkt, sondern ist ein Lebensgefühl und der Partner, mit dem ganz persönliche und individuelle Projekte verwirklicht werden.

Nivea

Ein nicht weniger schnulzig-schöner Werbespot kommt aus dem Hause Nivea. Erzählt wird der Alltag aus der Sicht eines unbeholfenen Kleinkindes, welches sich bei seiner Mutter für die ganzen Strapazen entschuldigen und bedanken will. Im Fokus stehen nicht die Nivea-Produkte, sondern die Botschaft: Nivea versteht Eltern wie Kinder gleichermaßen und ist ihr Begleiter – ein Leben lang.

Erste Bank und Sparkasse

Ein kleines mutiges Mädchen mit Brille stellt sich den Herausforderungen eines Radparcours. Jedes noch so großes Hindernis nimmt sie mit Leichtigkeit und mühelos: Rampen, Loopings, Sprünge. Gegen Ende des Spot wird folgender Schriftzug eingeblendet: „Unser Land braucht Menschen, die an sich glauben.“

Fazit

Eine gute Geschichte hat gleich mehrere Eigenschaften, die wir uns für die Informationsvermittlung wünschen:

  • Die Geschichten haben einen Spannungsbogen und sprechen den Zuseher emotional an.
  • Nach dem Anschauen bleibt ein „gutes Gefühl“ und man hat als Zuseher nicht den Eindruck, seine Zeit vergeudet zu haben.
  • Es gibt immer einen Protagonisten oder eine Protagonistin, mit dem bzw. der sich der Zuschauer identifizieren kann und mit dem oder der er mitfühlt.
  • Jede Geschichte startet immer mit einer Herausforderung, einem Konflikt oder etwas Bewegendem zu tun.
  • Am Ende der Geschichten verbindet man als Zuseher ein ganz bestimmtes Gefühl mit der Marke (z.B. Guiness = Zusammenhalt, Red Bull = Abenteuer, etc.).
  • Die Geschichten haben virale Kraft und sind es wert, weitererzählt zu werden.
  • Diese Methode ist auch mit kleinem Marketingbudget realisierbar.

Sind zu diesem Thema Fragen bei Ihnen aufgetaucht, oder können wir Ihnen beim Kreieren Ihrer Stories behilflich sein? Wir freuen uns über Ihre Kontaktaufnahme!

By | 2019-04-19T13:57:11+02:00 April 9th, 2019|Content, Storytelling, Tipps, Web|

About the Author:

Andrea Pirecki ist Absolventin der Fachhochschule Burgenland im Bereich Information, Medien und Kommunikation. Der Firmenauftritt, interne administrative Tätigkeiten, die Content-Produktion und der Social Media-Sektor fallen in ihre Zuständigkeitsbereich.

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