Web-Browser: Ein kurzes Update

Wir haben das Jahr 2019 und etwa 7% aller aktiv genutzten Web-Browser tragen immer noch den Namen „Internet Explorer“. Ist das nun zu viel, oder zu wenig?

Die folgende Aufklärungsaktion soll geschützten und problemlosen Internetverkehr ermöglichen. Ironischerweise für junge Menschen ein Klacks, für Urgesteine jenseits der 90er ein durchaus behandelbares Thema. Spaß beiseite. Die Entscheidung, welchen Browser man tatsächlich nutzen möchte, ist keine einfache, in Anbetracht folgender Faktoren:

  • Sicherheit – Kann der Browser „gehackt“ werden?
  • Performanz & Schnelligkeit
  • Extensions & Konfiguration – Individuelle Gestaltung
  • Preis
  • Look and Feel, Design
  • Datenschutz und Vertraulichkeit

Eine breite Auswahl an Browsern steht nun diesen Anforderungen gegenüber. Doch bereits das Betriebssystem des Geräts schließt den Großteil der verfügbaren Alternativen aus. Nicht alle von ihnen, die es auf Linux gibt, gibt es auf Windows und schon gar nicht auf Apples iOS.

An diesem Ausmusterungsbeispiel erkennt man: Ein Browser setzt sich nur durch, sobald er ein umfangreiches Angebot abliefert. „Survival of the fittest“ lässt grüßen. 2009 regierten „Internet Explorer“ (= „IE“) den Markt (65% Anteil) und seine größter Konkurrent „Mozilla Firefox“ (30%) den Markt. Der Absturz dieser beiden Giganten ist offensichtlich zu sehen. Durch das entstehende „Machtvakuum“ krönte sich der konstant populär werdende Browser namens „Google Chrome“ zum Branchenführer und eroberte in nur 8 Jahren den Markt. Nach der neuen Nummer 1 ist „Safari“ der nächstbeliebteste Browser.

Welche Trends haben den Markt in den letzten Jahren geprägt? Wieso stürzten Top-Browser ab 2010 in Sachen Marktanteil ab? Die folgende Aufführung der modernsten Browser gibt einen Einblick in den aktuellsten Stand der Dinge und beantwortet die zuvor gestellten Fragen.

 

Google Chrome

Google Chrome ist der zurzeit angesagteste aller Browser, und das nicht ohne Grund. Angesichts der zuvor erwähnten Faktoren erfüllt dieser Browser alle davon und schlägt dadurch die Konkurrenz. Super-sicher, schnell, kostenlos, minimalistisch, reiche Bibliothek an Plugins, Passwortgenerierung, Handy- und Tablet-Unterstützung und viel anderes Interessantes.

 

 

Beispielsweise gibt es eine kluge Suchfunktion, die bereits beim Eintippen in der Such-Zeile nützliche Informationen anzeigt.

 

 

Weiters ein Synchronisationsmechanismus, bei dem der Browser des PCs alle Daten mit dem des Handys synchronisiert, beispielsweise offene Tabs. Je nach Situation kann das das Gerät nun schnell gewechselt werden, ohne dass der rote Faden beim Surfen verloren geht.

Doch auch Google Chrome hat eine „Achillesferse“. Wie sieht es mit Datenschutz und der Weiterleitung von Daten aus? Beispielsweise sind Informationen über den Internetverlauf eines Nutzers wertvoll für Googles Werbeschaltungen. All das ist nicht geklärt und verliert sich in den Tiefen der AGB und Vertragsvereinbarungen. Technisch gesehen ein Meisterwerk, rechtlich gesehen intransparent, ist Google Chrome der populärste aller Browser. Wer nach Alternativen sucht, wird schnell fündig.

 

Opera

Technisch ähnlich wie Chrome, aber doch mit etwa 3% Marktanteil weit unten abgeschlagen, findet sich Opera. Dieser Browser nutzt intern dieselbe Engine wie Google Chrome und nimmt somit sämtliche Vorteile in Sachen Performance, Plugins und weiteres mit.

Ein bisschen Extrawurst geht aber immer: Opera bietet einige Erweiterungen „out of the box“ (= ohne weiteren Aufwand, standardmäßig) an und versucht so den NutzerInnen das Produkt schmackhaft zu machen. Der kleine Bruder von Google Chrome wird aber voraussichtlich in seiner Rolle und stets eine attraktive Alternative bleiben. Kurz gesagt: Mit diesem Browser ist man gut versorgt!

 

Firefox

Anfang der 2010er Jahre noch beliebt, sank die Reichweite von Firefox jedoch bis zum heutigen Tage. Nun zählt er zu den Browsern, die sich gegenüber Google Chrome (55% Marktanteil) die zweite Hälfte der genutzten Browser teilen müssen.

Obwohl Firefox in den letzten Jahren starke Anstrengungen und Investitionen leistete, den Browser von Grund auf für die Zukunft neu aufzusetzen, was sowohl die internen Mechaniken als auch die Oberfläche betrifft, und vor allem auf das Thema Performanz setzt, ist kein Anstieg der Beliebtheit zu vermerken. Oftmals liegt das an marketingtechnischen und verkaufsstrategischen Faktoren, bei denen die Konkurrenz besser im Rennen liegt und ist unabhängig von der wahren Qualität des Produkts.

Das ist bei Mozilla Firefox sowie bei Opera und vielen anderen der Fall. Auch hier gilt: Firefox ist klasse, bietet aber weniger als Google Chrome. Für den Standard-Internetnutzer aber auf jeden Fall eine gute Wahl. Spannend ist der Ausblick auf die nächsten 15 Jahre: Kann sich Firefox mit den zuvor erwähnten Investitionen wieder auf einen höheren Rang kämpfen?

 

Apple Safari

Ein immer populärer werdender Browser ist Apples Safari. Obwohl dieser in der Apple Welt seinen Ursprung findet und auch konzeptuell seinen Platz dort hat, kann man ihn in Erwägung ziehen, sobald einem beispielsweise Privatsphäre besonders wichtig ist. Mit Tracking-Informationen und ähnlichem wird in diesem Browser sorgfältig umgegangen. Für generelle Fans dieser Marke ist dieser Browser mehr als zu empfehlen, da er sich perfekt in die restlichen Bestandteile des Produktsystems integriert.

 

Microsoft Edge – früher „Internet Explorer“

Internet Explorer galt bis dato als „No go“ auf der Browserlandschaft. Genau damit hatte Microsoft und sein Browser die letzten Jahre zu kämpfen. Noch vor 10 Jahren war Internet Explorer der meist genutzte Browser (65% Marktanteil) und hatte mit Firefox (30%) seinen größten Konkurrenten gefunden. Das lag daran, dass IE (= Internet Explorer) der Standardbrowser des Betriebssystems Windows ist und war (welches extrem großen Marktanteil hat) und dadurch eine von Haus aus große Benutzeranzahl genoss.

Doch das Blatt wendete sich, als die Konkurrenz größer und der Zugang zum Internet immer wichtiger wurde. IE verpasste den Sprung in die neue Browser-Ära. Dies lag sowohl an fehlender Unterstützung neuerer Technologien, die andere Browser schon längst umgesetzt hatten, als auch am Design, das im Zuge der Material Designs neben allen anderen Browsern alt aussah. Internet Explorer war auch der am fehler- und virenanfälligste aller Browser.

 

 

Microsoft Edge ist der Versuch, das Produkt wieder zurechtzubiegen. Das Konzept sieht vor, den Browser speziell unter der Verwendung von Windows kostbar zu machen, also gewisse Features, die das Betriebssystem Windows bietet, auch hier zu integrieren. Ein Beispiel wäre die künstliche Intelligenz „Cortana“, die der Browser unterstützt.

Abgesehen davon ist Microsoft Edge ein stabiler Browser, der im Vergleich zu den anderen einfach nicht die Breite und Fülle an Möglichkeiten aufweist und auch beim Thema Schnelligkeit nicht mithalten kann.


Vivaldi

Ein „Indie“-Browser muss zu guter Letzt vorgestellt werden: Vivaldi lädt gleich nach der Installationen ein, zu entscheiden wie diverse Bereiche des Browsers aussehen oder agieren sollen, etwa können zB. Maus-Gestiken konfiguriert werden. Kein Vivaldi-Browser gleicht einem anderen, so besagt es eine Legende. Ein Plus gibt es auch noch beim Thema Datenschutz, auch hier wird ähnlich wie bei Apples Safari Wert auf Privatsphäre hinsichtlich der Vermittlung von Daten gelegt.

 

Worth To Mention

Hier noch ein paar Browser, die es nicht in die genaue Analyse geschafft haben, aber auf jeden Fall einen Versuch Wert sind:

  • Brave – Ein Browser, der Werbung blockiert
  • Tor – Schonmal vom „Darknet“ gehört?
  • Torch – Für Film- und Musikbesessene

 

Fazit

Heutzutage gibt es die verschiedensten Arten von Browsern und für jeden ist etwas dabei. Egal ob tief konfigurierbar wie Vivaldi, mit dem sich Computer-Nerds eine indiviuelle Arbeitsumgebung einrichten, oder Safari, welcher einfach und schnell für jeden zu bedienen ist.

Doch wie sieht es in 15 Jahren aus? Welche Trends sorgen für den ein oder anderen Machtwechsel? Welche Rolle wird Virtual Realitity spielen? Das alles liegt im Endeffekt in den Händen der NutzerInnen, welche die Bedürfnisse an den Markt richten. Wir freuen uns also auf spannende Entwicklungen, neue Designs und einen generalüberholten Internet Explorer!

Falls Sie Fragen zu dem Artikel haben, oder wir Ihnen mit dem Thema Web-Browser helfen können, dann kontaktieren Sie uns unter office@giefing.net

By | 2019-04-15T16:12:21+02:00 März 20th, 2019|Tipps, Web|

About the Author:

Marcus Gabler ist Software-Entwickler bei Giefing web | media. Sein Tätigkeitsbereich reicht vom Frontend über serverseitige Programmierung bis hin zur Datenbankbetreuung.

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